Schleimbeutelentzündung der Schulter

Streichen an der Decke, Aufhängen der Lampen – beim Renovieren müssen wir viele Bewegungen über der Schulterhöhe durchführen. Gerade wer das nicht häufig macht und seine Schulter dann stark beansprucht, kann eine schmerzhafte Schleimbeutelentzündung (Bursitis) an der Schulter bekommen. Aber warum haben wir dort überhaupt Schleimbeutel und wieso bereiten sie manchmal Probleme?

Schleimbeutel in der Schulter haben wichtige Aufgaben

Frau mit Schleimbeutelentzündung an der Schulter wird behandelt

Schleimbeutel sind kleine mit Flüssigkeit gefüllte Pölsterchen, die sich an all unseren Gelenken befinden und die eine wichtige Schutzfunktion erfüllen: Sie fungieren als eine Art „Puffer“, die für ein reibungsfreies Zusammenspiel von Sehnen, Muskeln und Knochen sorgen.

Und das gleich auf zwei verschiedene Arten: Zum einen schützen sie den Bewegungsapparat durch ihr bloßes Vorhandensein vor Reizungen und zum anderen halten sie die Gelenke durch die Abgabe von Flüssigkeit geschmeidig und verringern die Verletzungsgefahr.

Wo liegen die Schleimbeutel in der Schulter?

Im Schultergelenk befinden sich gleich mehrere Schleimbeutel. Sie liegen:

  • zwischen dem oberen Ende des Oberarmknochens und dem Schulterdach (Acromion), dem höchsten Punkt der Schulter
  • unter dem Schultergelenk (Kapsel) und über dem Deltamuskel (überdeckt die gesamte äußere Schulter)
  • zwischen dem Oberarmknochens (am oberen Ende) und dem Rabenschnabelfortsatz (Processus coracoideus) , ein nach vorn ragender Knochenfortsatz am vorderen Schulterdach
  • vor dem Subscapularis-Muskel, der für die Innenrotation des Oberarmes mitverantwortlich ist

Ursachen für eine Schleimbeutelentzündung in der Schulter

Im Alltag heben wir unsere Arme normalerweise nur selten über Schulterhöhe. Das ist auch der Grund, weshalb die Schleimbeutel in der Schulter schnell überreizen, wenn wir es doch einmal tun. Bei starker Beanspruchung der Schulter können die Schleimbeutel entzünden und Beschwerden verursachen.

Zu einer solchen Überbelastung kommt es häufig bei exzessiven Wurf- oder Schlagsportarten beziehungsweise anderen Tätigkeiten, die über Schulterhöhe ausgeführt werden. Dementsprechend sind beispielsweise Maler, Plakatkleber oder Lackierer häufig von den Symptomen einer Schleimbeutelentzündung im Schultergelenk betroffen.

Bursitis der Schulter: So äußert sie sich

Bei einer Schleimbeutelentzündung der Schulter sind selbst einfache Bewegungen, wie sie beispielsweise beim Jacke anziehen notwendig sind, mit starken Beschwerden verbunden. Konkret äußert sich eine Überbeanspruchung der Schleimbeutel durch:

  • Schmerzen beim Heben der Arme
  • nächtliche Beschwerden, vor allem beim Liegen auf der entsprechenden Schulter
  • Bewegungseinschränkung
  • eventuelle einer leichten Schwellung am Gelenk

Diese Symptome können entweder akut auftreten oder sich über einen längeren Zeitraum langsam entwickeln und chronisch bestehen bleiben.

Schleimbeutelentzündung der Schulter: Möglichkeiten der Behandlung

Wie bei einer Schleimbeutelentzündung der Hüfte oder beim Knie setzt der Arzt bei der Behandlung der Schulter in erster Linie auf einen nichtoperativen Ansatz. Zur Therapie empfiehlt er meist:

  • Schonung der Schulter
  • Kühlung der schmerzenden Stelle (zum Beispiel mit Kältekompressen)
  • Schmerzmittel (nichtsteroidale Antirheumatika)

Zudem können alternative Methoden wie zum Beispiel eine Ultraschallbehandlung zum Einsatz kommen. Hierbei bestreicht der Arzt eine Ultraschallsonde mit einem Kontaktgel und fährt damit mehrmals über die schmerzende Stelle. Durch den auf den Körper wirkenden Ultraschall entsteht Wärme, die eine schmerzlindernde Wirkung hat.

Die Heilung einer Bursitis an der Schulter kann langwierig sein, meist ist jedoch keine Operation erforderlich. Wichtig ist, der Ursache der Entzündung auf den Grund zu gehen, und diese zu vermeiden, damit sich das Gewebepölsterchen vollständig regenerieren kann.

Bei einer eher seltener auftretenden chronischen Entzündung kann zudem die Entfernung des Schleimbeutels an der Schulter mittels einer Operation (Bursektomie) eine letzte Möglichkeit der Behandlung sein. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten und es sind nur zwei bis drei kleine Hautschnitte („Schlüssellochoperation“) notwendig. Es ist möglich, dass sich nach kurzer Zeit neues Gewebe bildet, das ähnlich wie der Schleimbeutel die Schulter vor Reibung schützt.

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