Knochenhautentzündung – ein typisches Jogger-Syndrom

Sie setzt dem Trainingsplan von Läufern häufig erstmal ein sofortiges Ende – eine Knochenhautentzündung. Denn Schmerzen und Schwellungen am Schienbein oder anderen Knochen zwingen Sportler zu einer ungewollten Pause. Denn: Schonen ist wichtig, um keine chronischen Beschwerden zu riskieren. Wie eine Knochenhautentzündung entsteht und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier.

Ursachen einer Knochenhautentzündung

Eine Knochenhautentzündung (Periostitis) äußert sich durch starke Schmerzen und ist entweder die Folge einer Überbelastung oder Infektion.

Knochenhautentzündung durch starke Belastung

Vor allem unter Sportlern ist die Knochenhautentzündung ein weit verbreitetes Leiden. Grundsätzlich kann sie bei jedem Knochen, zum Beispiel auch am Ellenbogen oder an der Ferse, auftreten. Vor allem Läufer sind häufig betroffen – bei ihnen machen sich die Schmerzen typischerweise im Schienbein bemerkbar. In diesem Fall sind die Gründe meist

  • ein sehr intensives Training,
  • Laufen auf hartem Untergrund oder
  • das falsche Schuhwerk.

Durch diese Faktoren werden Muskeln, Faszien (Bindegewebshüllen) und Sehnen stark gespannt. Die erhöhte Zugkraft führt dazu, dass sich die Knochenhaut vom Knochen löst. Es entstehen kleine Hohlräume in denen es zu Entzündungen kommt.1

Informationen zur Knochenhaut:
Die Knochenhaut umgibt schützend die Knochen und besitzt zwei Schichten: Die äußere Hülle besteht aus elastischen Fasern und ist mit Sehnen und Bändern verwachsen. Die innere Schicht enthält Blutgefäße, die den Knochen mit wichtigen Nährstoffen versorgen, sowie Nerven, weshalb die Knochenhaut sehr schmerzempfindlich ist.

Knochenhautentzündung durch Krankheitserreger

Knochenhautentzündung am Schienbein

Seltener lösen auch Infektionen (Viren oder Bakterien) eine Periostitis aus. Bei Verletzungen wie einem offenen Knochenbruch, bei dem die darüberliegende Schutzhaut durchstochen wurde, können die Krankheitserreger in den Körper gelangen und dort Entzündungen verursachen. Aber auch bei Operationen besteht grundsätzlich die Gefahr, dass Erreger über das OP-Besteck oder die Luft, in die Knochenhaut eindringen können. Eine weitere Möglichkeit: Krankheitserreger breiten sich über die Blutbahn aus und geraten so in die Knochenhaut. Das kann beispielsweise bei Menschen passieren, die an Syphilis, Tuberkulose oder Typhus erkrankt sind.

Symptome einer Knochenhautentzündung

Typische Anzeichen einer Knochenhautentzündung sind starke Schmerzen bei Belastung, also beispielsweise während des Lauftrainings. Aber auch im Ruhezustand können die Beschwerden auftreten. Zudem schwillt die betroffene Körperstelle manchmal an und ist leicht gerötet sowie warm.

Ist die Ursache der Periostitis eine Infektion, können zudem allgemeines Unwohlsein, Müdigkeit oder Fieber hinzukommen. Wenn Sie eine stark erhöhte Temperatur (über 39 Grad Celsius) feststellen, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen und ihm auch von den Knochenschmerzen berichten.

Was kann der Arzt bei einer Periostitis tun?

Bei einer Knochenhautentzündung empfiehlt der Orthopäde oder Sportmediziner vor allem eines: Schonung. Zusätzlich kann er Kinesiotapes anbringen, die Schmerzen und Entzündungen lindern sollen. Wissenschaftlich belegt ist die Wirkung dieser Klebestreifen jedoch bisher noch nicht.2 Davon abgesehen können folgende Maßnahmen hilfreich sein:

  • Kühlen: Auflegen von Eisbeuteln, um Schwellungen zu lindern.
  • Entzündungshemmende Medikamente oder Schmerzgele: Hier haben sich vor allem Wirkstoffen aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (zum Beispiel Ibuprofen) bewährt.
  • Knochenhautmassagen: Dabei handelt es sich um punktförmig ausgeführte Druckausübungen, durch die die örtliche Durchblutung und Zellregeneration angeregt werden soll.
  • Akupunktur: Schmerzlinderung durch Einstechen spezieller Nadeln.

Stellt der Arzt eine bakterielle Infektion fest, erfolgt in der Regel eine Behandlung mit Antibiotika. Bringen diese Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg, hat der Mediziner noch die Möglichkeit, die Entzündungsherde chirurgisch zu entfernen.

Das sollten Sportler bei einer Knochenhautentzündung beachten

Eine Periostitis ist leider eine längere Angelegenheit und zieht sich häufig über mehrere Monate hin. Es ist jedoch wichtig, dass Sportler erst wieder mit ihrem Training anfangen, wenn die Beschwerden vollständig abgeklungen sind. Andernfalls droht die Knochenhautentzündung chronisch zu werden. Betroffene sollten deshalb mit ihrem Arzt die Dauer ihrer Sportpause besprechen und anschließend wieder langsam mit dem Training beginnen. Wer nicht so lange warten möchte, kann auf andere Sportarten ausweichen und statt einer Runde Joggen lieber Schwimmen gehen.

Wichtig:
Sobald beim Laufen Schmerzen im Schienbein auftreten, sollten Sie das Training sofort abbrechen.

Langfristige Tipps bei einer Knochenhautentzündung

Neben der akuten Behandlung einer Periostitis ist es wichtig, die Ursache, die zu der Knochenhautentzündung geführt hat, zu identifizieren. Können Trainingsfehler oder ungeeignetes Schuhwerk als mögliche Auslöser ausgemacht werden, kann der Orthopäde

  • über passende Laufschuhe informieren,
  • orthopädische Schuheinlagen empfehlen oder
  • bezüglich Lauftechnik und Trainingsplan beraten.

Darüber hinaus bieten Physiotherapeuten oft Kurse zu Kräftigung der Bein- und Fußmuskulatur an, um diese gezielt zu trainieren und einer Knochenhautentzündung vorzubeugen.

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1Wirhed, Rolf: Sportanatomie & Bewegungslehre. Stuttgart 2001. S.68.
2Pharmazeutische Zeitung Online: Kinesiotapes: Mode oder Medizin? URL: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=43009(07.02.2018).