Skidaumen: Verletzungsgefahr auf der Piste

Eine Skifahrerin ist auf der Piste. Hier herrscht erhöhtes Risiko für einen Skidaumen

Viele Deutsche warten nur darauf, dass der erste Schnee fällt und die Skisaison wieder anfängt. Neben einer großen Portion Gaudi birgt die Piste jedoch auch einige Gefahren. Eine besonders häufige Verletzung ist der sogenannte Skidaumen – ein Bänderriss, zu dem es oft infolge eines unglücklichen Sturzes kommt. Aber auch bei anderen Sportarten kann die Verletzung auftreten. Erfahren Sie hier mehr über Ursachen und Therapiemöglichkeiten bei einem Bänderriss im Daumen.

Seitenbandriss im Daumen – wie kommt es dazu?

Jeder leidenschaftliche Skifahrer kennt das Gefühl, wenn man wieder auf den Brettern steht und das Adrenalin bei der Abfahrt durch den Körper rauscht. Leider können auf der Skipiste aber auch Unfälle passieren. Besonders oft kommt es bei Skifahrern zu einem sogenannten Skidaumen. Dabei handelt es sich um einen Seitenbandriss des Daumens – meist infolge eines Sturzes. Beim Versuch, sich mit der Hand abzufangen, kann der Daumen abknicken. Viele Skifahrer bleiben aber mit ihrem Daumen auch in der Schlaufe des Skistocks hängen und ziehen sich so den Bänderriss des ulnaren Kollateralbandes im Daumengrundgelenk zu.

Dieses befindet sich an der Innenseite des Daumens (Richtung Zeigefinger) und ist ein wichtiger Stabilisator. Es sorgt beispielsweise dafür, dass wir mit dem Daumen fest zugreifen können. Durch eine gewaltsame Überdehnung des Daumens nach außen (von der Hand weg) kann dieses Band jedoch (an-)reißen. Das geschieht überwiegend am Ansatz des Bandes; manchmal werden dabei auch kleine Knochenstücke mitbeschädigt.

Gut zu wissen:

Weil ein Seitenbandriss am Daumen häufig beim Skifahren passiert, hat sich im Volksmund die Bezeichnung „Skidaumen“ durchgesetzt. Aber auch bei Ballsportarten, im Kampfsport oder beim Turnen ist diese Sportverletzung weit verbreitet.

Instabilität des Daumens als typisches Symptom eines Bänderrisses

Ein Seitenbandriss am Daumen geht unter Umständen schon mit einem lauten Knackgeräusch einher. Danach machen sich in der Regel folgende Symptome bemerkbar:

  • Schwellung (Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe)
  • Bluterguss (umgangssprachlich auch als „blauer Fleck“ bekannt)
  • Schmerzen (vor allem bei Druckausübung und im Bereich des Grundgelenks)
  • abnorme Beweglichkeit (der Daumen lässt sich ungewöhnlich weit abspreizen)
  • Instabilität (bei Belastung knickt der Daumen einfach weg)

Zudem ist ein kraftvolles Zupacken mit einem Skidaumen oftmals nicht mehr möglich.

So stellt der Arzt die Diagnose

Die äußerlichen Symptome sowie die Befragung des Betroffenen liefern einem Facharzt (Orthopäde, Unfallchirurg) erste wichtige Anhaltspunkte für die Diagnose. Mithilfe des sogenannten Valgusstresstests kann er außerdem die Instabilität des Skidaumens prüfen. Lässt sich der Daumen um mehr als dreißig Grad nach außen drücken, weist das auf einen Seitenbandriss des Daumens hin. Zudem führt der Mediziner eine Röntgenuntersuchung durch, um Knochenbrüche oder -ausrisse auszuschließen.

Behandlung eines Skidaumens: Ist immer eine OP notwendig?

Unmittelbar nach dem Unfall sollten Sie den betroffenen Daumen ruhigstellen und kühlen. Dann suchen Sie am besten so schnell wie möglich einen Arzt auf. Die Behandlung richtet sich nach der Schwere des Bänderrisses im Daumen:

  • Eine nicht-operative Behandlung empfiehlt der Arzt, wenn das Band nur gezerrt oder angerissen ist. Dann muss der Daumen für drei bis sechs Wochen mit einer Schiene ruhiggestellt werden. Häufig verabreicht der Mediziner zudem schmerz- und entzündungshemmende Medikamente.
  • Eine Operation ist bei einem kompletten Riss oder bei Knochenbeteiligung hingegen unumgänglich. Beim Eingriff werden die gerissenen Enden wieder miteinander verbunden und knöcherne Ausrisse mit Schrauben befestigt. Gegebenenfalls ersetzt der Chirurg das Band auch durch andere körpereigene Sehnen. Der Skidaumen muss im Anschluss etwa sechs Wochen ruhiggestellt werden.

Die Heilungschancen sind bei einem Seitenbandriss des Daumens normalerweise gut. Bleibt der Daumen jedoch unbehandelt, droht eine dauerhafte Instabilität oder Fehlstellungen. Außerdem steigt das Risiko, eine Arthrose (Verschleiß) zu entwickeln, wenn Gelenkkopf und -pfanne dauerhaft am Daumengrundgelenk scheuern.

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