Der Bänderriss: Ein krachendes Geräusch mit schmerzhaften Folgen

Anlegen einer Gehschiene zur Behandlung eines Bänderrisses.

Rund 20 Prozent aller Sportverletzungen werden auf einen Bänderriss (medizinisch: Bandruptur) im oberen Sprunggelenk zurückgeführt. Oft reicht schon ein einfaches Umknicken mit dem Fuß – das Band reißt und der Betroffene verspürt einen starken, stechenden Schmerz. Erfahren Sie hier mehr über weitere Ursachen, mögliche Folgen, die typischen Symptome und die Möglichkeiten der Behandlung eines Bänderrisses.

Bänderriss (Bandruptur) versus Bänderanriss

Es gibt drei unterschiedliche Schweregrade von Bandverletzungen:

  • Grad eins: Bänderdehnung (einzelne Fasern des Bandes sind überdehnt)
  • Grad zwei: Bänderanriss (nur Teile der Bandfasern sind gerissen)
  • Grad drei: Bänderriss (kompletter Riss der Bandfasern)

Oftmals vernehmen Betroffene ein knallendes Geräusch, wenn es zu einem Bänderriss kommt. Bei einer besonders schweren Bandruptur ist es auch möglich, dass ein Knochenstückchen mit herausgerissen wird (knöcherner Abriss).

Welche Ursachen kann ein Bänderriss haben?

Ob Außenbandriss, Seitenbandriss oder Kreuzbandriss: Meist kommt es zu einem Bänderriss, wenn ein Gelenk, wie etwa das Sprunggelenk oder das Knie, gewaltsam verdreht wird.

Vor allem bei Sportarten mit vielen Start-, Stopp- und Drehbewegungen, wie zum Beispiel Volleyball oder Basketball, aber auch bei Lauf- und Sprungdisziplinen ist das Risiko eines Bänderrisses stark erhöht. Zudem kann es im Alltag zum Bänderriss beziehungsweise einer Bandruptur kommen. Einmal die Bordsteinkante übersehen, über das Kopfsteinpflaster gestolpert oder von der Treppe gestürzt und schon ist ein Band gerissen.

Bänderriss – die typischen Symptome

Vor allem ein plötzlich einsetzender und sehr starker Schmerz ist ein wesentliches Symptom eines Bänderrisses. Weitere sind:

  • Druck- und Belastungsschmerz
  • starke Schwellung
  • Bluterguss (Hämatom)
  • Entzündung
  • Rötung

Typischerweise verursachen komplette Bandrupturen nach kurzer Zeit nur noch wenig Schmerzen, jedoch bleibt das Instabilitätsgefühl weiterhin bestehen. Bei einem Bandanriss oder einer Bänderdehnung nimmt der Schmerz hingegen allmählich zu. Somit sind die Symptome nicht immer ein eindeutiges Zeichen für das Ausmaß der Bandverletzung. Ein Arzt kann eine exakte Diagnose stellen.

Bänderriss: Behandlung einer Bandruptur

In der Regel ist bei einem Bänderriss eine konservative Behandlung ausreichend – also eine Behandlung ohne operativen Eingriff. Liegt ein Bänderriss am Sprunggelenk vor, so erhält der Patient eine spezielle Gehschiene, auch Orthese genannt. Diese ermöglicht dem Fuß ein normales Abrollen. Gleichzeitig verhindert die Schiene ein wiederholtes Umknicken, sodass der Bänderriss ungestört wieder von selbst zusammenwachsen kann. Die Schiene muss für etwa sechs Wochen getragen werden.

Gegen die Schmerzen bei einer Bandruptur können Gele mit einem schmerzlindernden, abschwellenden und entzündungshemmenden Effekt aufgetragen werden. Hierbei eignen sich sowohl Schmerzgele mit dem Wirkstoff Ibuprofen als auch Cremes mit Arnika. Ebenso ist die zusätzliche Einnahme von rezeptfreien Schmerzmitteln möglich.

Erste-Hilfe-Tipp:

Gestürzt und Verdacht auf eine Bandruptur? Dann sollten Sie die sogenannte PECH-Regel befolgen:

  • P: Pausieren
  • E: Eis (Eisbeutel oder Kühlpad immer mit einem Tuch auf die Haut auflegen – sonst Erfrierungsgefahr)
  • C: Kompressionsverband (englisch: „compression“)
  • H: Hochlagerung

Bänderriss – Diagnose durch einen Arzt

Der behandelnde Mediziner wird sich zuerst nach dem Unfallhergang erkundigen und die betroffene Stelle untersuchen. Spürt der Patient einen deutlichen Druckschmerz, kann dies ein erster Hinweis einer Bandruptur sein. Um einen Bänderriss von einem Bänderanriss abzugrenzen, sind bildgebende Verfahren wie eine Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung notwendig. Häufig ordnet der Arzt zudem eine Magnetresonanztomografie an. Diese bringt oftmals eine präzisere Auskunft darüber, ob tatsächlich ein Bänderriss und knöcherne Verletzungen vorliegen.

Einem Bänderriss vorbeugen

Durch gezielten Muskelaufbau können die von einem Riss gefährdeten Bänder gestärkt werden. Auch das richtige Equipment wie geeignete Sportschuhe, Einlagen oder Bandagen für das Knie- beziehungsweise Sprunggelenk, ist eine weitere Möglichkeit der Prävention eines Bänderrisses. Sportler sollten sich vor Trainingsbeginn außerdem immer ausreichend aufwärmen.

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