Vitamin E – das Gelenkvitamin

Stark für den Zellschutz, gut bei entzündlichen Gelenkerkrankungen wie Arthrose: Vitamin E. Ein Mangel kann beispielsweise die Entstehung von Arthrose begünstigen. Was genau es im Körper bewirkt und in welchen Lebensmitteln es sich versteckt, lesen Sie hier.

Das Wichtigste zu Vitamin E auf einen Blick

  • fettlösliches Vitamin (Körper kann es speichern und verwertet es am besten zusammen mit fettreicher Nahrung)
  • Tagesbedarf liegt bei 11 bis 15 Milligramm
  • schützt die Zellen vor oxidativem Stress (freie Radikale)
  • erhöhter Vitamin E-Bedarf beispielsweise bei Arthrose

Was ist Vitamin E?

Öle mit Vitamin E: bei Arthrose ein wichtiger Nährstoff

Der Begriff Vitamin E ist ein Sammelbegriff für verschiedene Stoffe, die als Tocopherole bezeichnet werden. Der natürlich vorkommende und wirksamste Vertreter dieser Gruppe ist das RRR-alpha-Tocopherol.

Vitamin E zählt zu den fettlöslichen Vitaminen. Das bedeutet, das Vitamin ist nicht in Wasser, sondern nur in Fett löslich. Deshalb sollte man bei der Einnahme von Vitamin E darauf achten, es in Kombination mit fetthaltigen Lebensmitteln zuzuführen. Gemeinsam mit den Fetten absorbiert unser Körper den Nährstoff und lagert ihn in die Zellmembranen jeglicher Körpergewebe ein. Im Gegensatz zu wasserlöslichen Vitaminen kann unser Körper also Vitamin E speichern.

Wirkung und Anwendungsgebiete von Vitamin E

Für unsere Gesundheit spielt Vitamin E vor allem insofern eine Rolle, als dass es in der Lage ist, unsere Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Das erreicht das Vitamin, indem es die aggressiven freien Radikale unschädlich macht.

Was ist oxidativer Stress?

Oxidativer Stress entsteht dann, wenn es zu einer vermehrten Anzahl freier Radikale (besonders reaktionsfreudige Moleküle, denen ein Elektron fehlt) kommt. Ihnen stehen dann nicht genügend antioxidative Schutzmechanismen gegenüber. Die Gründe für eine solche Überzahl sind vielfältig:

Unter anderem können

  • UV-Strahlen,
  • Schadstoffbelastungen,
  • aber auch Lebensgewohnheiten wie Rauchen oder Alkoholkonsum einen Anstieg verursachen.

Das Ungleichgewicht ist insofern schlecht, da die freien Radikale stets auf der Suche nach einem Elektron sind, um die eigene Lücke zu schließen. Dahingehend verändern sie beispielsweise Proteine oder Enzyme und können im Zuge dessen das Erbgut schädigen. Es wird vermutet, dass freie Radikale an der Entstehung von Krebs, Immunerkrankungen und rheumatischen Erkrankungen beteiligt sind.

Durch die antioxidative Wirkung von Vitamin E kann es auch Entzündungsprozesse lindern.

Bedingt durch den Effekt von Vitamin E ergeben sich sehr weitläufige Anwendungsgebiete: Beispielsweise gibt es Hinweise darauf, dass eine ausreichende Zufuhr von Vitamin E mit einem geringeren Risiko für die Entwicklung eines altersbedingten Grauen Star (Katarakt; Trübung der Augenlinse) assoziiert ist.

In welchen Lebensmitteln steckt Vitamin E?

Vitamin E wird vom Körper nicht selbst gebildet und muss daher über die Nahrung zugeführt werden. Vor allem Vitamin E pflanzlicher Herkunft ist für den Körper gut verwertbar.

Gut verwertbar, was bedeutet das?
Die sogenannte Bioverfügbarkeit gibt an, welche Menge eines Wirkstoffes unverändert vom Körper aufgenommen werden und im Organismus wirken kann. Umso höher die Verwertbarkeit eines Nährstoffes wie Vitamin E, desto besser.

Beispiele für gute Vitamin E-Lieferanten sind:

  • Nüsse und Mandeln
  • Pflanzenöle vor allem Weizenkeimöl, Raps- und Sonnenblumenöl
  • Vollkornprodukte
  • schwarze Johannisbeeren
  • rote Paprika

Außerdem enthalten Fische mit hohem Fettgehalt wie Lachs oder Makrele große Mengen an Vitamin E. Diese Lebensmittel sollten daher häufig in den Speiseplan eingebunden werden, um eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten. Ist dies nicht möglich, können Nahrungsergänzungsmittel, beispielsweise in Form von Vitamin E-Kapseln, eine Alternative sein.

Gut zu wissen: Vor allem auf Tageslicht reagiert Vitamin E empfindlich. Wer also Speiseöle bei Tageslicht lagert, muss mit deutlichen Wirkstoff-Verlusten rechnen. Auch beim Rösten oder Braten kann aufgrund der hohen Temperaturen ein Teil des enthaltenen Vitamins in Lebensmitteln verloren gehen.

Erhöhter Bedarf von Vitamin E bei Arthrose und Co.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt der Tagesbedarf an Vitamin E bei 11 bis 15 Milligramm (empfohlene Zufuhr für Erwachsene).1 Den Ergebnissen der Nationalen Verzehrsstudie2 zufolge ist die Versorgung mit Vitamin E bei etwa 50 Prozent der Bevölkerung nicht ausreichend.

Ein Mangel kann beispielweise bei bestimmten Personengruppen auftauchen, die einen erhöhten Vitamin-Bedarf aufweisen und diesen nicht ausreichend decken. Dazu zählen unter anderem

  • Schwangere und
  • Stillende.

Daneben können aber auch Leistungssportler oder Raucher von einem höheren Verbrauch betroffen sein, da bei ihnen vermehrt oxidativer Stress entsteht, also übermäßig viele freie Radikale freigesetzt werden.

Auch bei entzündlichen Gelenkerkrankungen, zum Beispiel Arthrose oder rheumatoider Arthritis, ist der Vitamin E-Bedarf erhöht, da allem Anschein nach vermehrt Vitamin E im Gelenk verbraucht wird. Um dem entgegenzuwirken, raten Experten zu einer Menge von 500 I.E. (Internationale Einheiten). Um diese Dosis an tatsächlich verwertbarem Vitamin E zu erreichen, müsste man beispielsweise täglich etwa drei Liter Olivenöl trinken. Daher wird gerade bei entzündlichen Gelenkerkrankungen die tägliche Einnahme von Vitamin E-Kapseln empfohlen, die den Wirkstoff hochdosiert enthalten.

1 Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Vitamin E (Tocopherole). URL: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-e/ (12.02.2018).
2 Ergebnisbericht, Teil 2: Nationale Verzehrsstudie II. Max Rubner-Institut. Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel (Herausgeber), 2008.