Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sollten weder Panik auslösen, noch bagatellisiert werden. Ernst genommen werden sollten sie vor allem dann, wenn diese plötzlich auftreten, nicht von selbst wieder besser werden und weitere Symptome hinzukommen.
Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Armen oder Beinen, Lähmungserscheinungen, eine ungewohnte Schwäche und Probleme beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang machen einen raschen Arztbesuch erforderlich.

Rückenschmerzen können auch unspezifisch sein

Nicht immer wird der Arzt eine genaue Ursache für die Rückenschmerzen finden können. Dies ist etwa bei 85 Prozent der Patienten der Fall. Dann stecken unspezifische Rückenschmerzen dahinter. Das heißt, dass keine körperliche Veränderung der Wirbelsäule oder sonstige Erkrankungen vorhanden sind, die die Schmerzen auslösen.

Liegt eine Erkrankung, Verletzung oder Entzündung vor, haben die Schmerzen einen eindeutigen Auslöser. Diese Rückenschmerzen nennt man dann spezifisch. Dies ist beispielsweise bei Bandscheibenvorfällen, einer Skoliose (seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule) oder Osteoporose der Fall.

Anamnese: Der Arzt erkundigt sich zunächst nach der Krankengeschichte

Wenn ein Patient einen Arzt bei Rückenschmerzen aufsucht, steht zunächst eine ausführliche Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) im Mittelpunkt.

Für den Arzt sind vor allem Informationen zu diesen Fragen relevant:

  • Wann sind die Schmerzen zum ersten Mal aufgetreten?
  • Wo sitzt der Schmerz und strahlt dieser in andere Körperbereiche aus?/li>
  • Wie stark sind die Schmerzen und wie fühlen sich diese an (dumpf, brennend, stechend)?
  • Verändert sich der Schmerz beim Husten oder bei Kopfbewegungen?
  • Ist der Schmerz dauerhaft vorhanden?
  • Gibt es sonstige Einflüsse, die den Schmerz lindern oder verstärken?
  • Liegt eine Störung der Blasen- oder Darmtätigkeit vor?

Körperliche Untersuchung: Augenmerk auf Körperhaltung und Muskeln

Frau leidet an Rückenschmerzen: Diagnose und Behandlung durch Osteopathin

Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung beurteilt der Arzt die Körperhaltung und die Beweglichkeit der Wirbelsäule.

Dabei sieht er genau hin: Ist die Wirbelsäule krumm? Sind die Schultern hochgezogen oder schief? Wie steht das Becken? Finden sich Rötungen oder Schwellungen entlang der Wirbelsäule? Kann sich der Patient bücken, sich drehen und die Wirbelsäule frei bewegen?

Anschließend werden die Muskeln genauer betrachtet und deren Reflexe überprüft. Der Arzt untersucht, wie kräftig die Muskeln sind, wie sensibel sie auf Druck, Beklopfen oder Berührung reagieren. Manchmal reichen die Befragung des Patienten und die körperliche Untersuchung schon aus, um die richtige Behandlungsmöglichkeit für die Rückenschmerzen zu ermitteln. Etwa wenn Verspannungen oder Blockaden der Wirbelsäule vorliegen. Besteht der Verdacht auf eine krankhafte Veränderung der Wirbelsäule, kommen weitere Untersuchungsverfahren zum Einsatz.

Bildgebende Verfahren: Aufnahmen von Wirbelsäule und Becken

In der Regel werden bei Rückenschmerzen zur weiteren Diagnostik bildgebende Verfahren angewendet. Dazu zählen unter anderem Röntgenuntersuchungen in zwei Ebenen (von vorne und von der Seite), die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT).

Anhand von Röntgenbildern können unter anderem Rippen, Wirbelkörper, Gelenkfortsätze und die Knochenstrukturen sichtbar gemacht und krankhafte Veränderungen erkannt werden. Bei CT und MRT werden aus verschiedenen erstellten Schnittbildern mit einem Computer dreidimensionale Bilder des untersuchten Bereiches erstellt. Erhalten wird so eine genaue Abbildung der Wirbelsäule mit den Bandscheiben und dem Wirbelsäulenkanal. Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass bei einer CT Röntgenstrahlen - diese sind um ein vielfaches höher als bei einer normalen Röntgenuntersuchung - und bei einer MRT ein Magnetfeld zum Einsatz kommt.

In eher seltenen Fällen kann zusätzlich eine spezielle Röntgenuntersuchung des Rückenmarkskanals mit Hilfe von Kontrastmitteln, die sogenannte Myelografie, notwendig sein. Durch diese Untersuchung werden Verengungen und Erkrankungen im Rückenmarkskanal beziehungsweise an Nervenwurzeln aufgedeckt. Reichen oben genannte Untersuchungen zur Beurteilung der Rückenschmerzen nicht aus, werden weitere Methoden herangezogen, die der Ursachenfindung und der Therapie nutzen.

Dazu zählen:

  • Ultraschall (Muskeln, Bänder, Sehnen werden dargestellt und eventuell mögliche Gelenkergüsse oder Zysten können so erkannt werden)
  • Blutbild (zum Beispiel bei Verdacht auf Borreliose)/li>
  • Liquordiagnostik (Liquor = Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit, Untersuchung zum Ausschluss von entzündlichen Erkrankungen oder Hirn- und Rückenmarkstumoren)

Rückenschmerzen: Behandlung

Zur Behandlung von Rückenschmerzen werden in der Regel medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen eingesetzt. Im Akutfall hat die schnelle Schmerzlinderung und Muskelentspannung oberste Priorität.
Bettruhe gilt heute als nicht mehr zeitgemäße Empfehlung, vielmehr spielt Bewegung bei Rückenschmerzen eine wichtige Rolle. Sollten Rückenschmerzen krankheitsbedingt auftreten, ist in erster Linie die Grunderkrankung gezielt zu behandeln.

Medikamente bei Rückenschmerzen: Ibuprofen als bewährter Schmerzwirkstoff

Was hilft bei Rückenschmerzen? Die medikamentöse Therapie ist ein Grundpfeiler bei der Behandlung von Rückenschmerzen. Die Art der eingesetzten Wirkstoffe richtet sich primär nach der Schmerzart (akute versus chronische Rückenschmerzen).

Im Akutfall geht es vor allem darum, den Schmerz schnell und präzise zu lindern – auch, um möglichst schnell wieder in Bewegung zu kommen. Hier spielen die sogenannten nicht-steroidalen Analgetika (NSAR) eine zentrale Rolle.

Vor allem der Schmerzwirkstoff Ibuprofen hat sich bei Rückenschmerzen bewährt und besitzt ein vergleichsweise günstiges Nebenwirkungsprofil. Er wirkt durch die Hemmung von sogenannten Prostaglandinen entzündungshemmend und schmerzlindernd zugleich.

Tipp: Um das Risiko möglicher Nebenwirkungen noch geringer zu halten, empfiehlt sich die lokale Anwendung in Form eines rezeptfreien SchmerzgelsAnzeige bei Rückenschmerzen mit Ibuprofen. Denn auf diese Weise wird die Belastung des Organismus reduziert und die Wirkstoff-Konzentration ist nur am Wirkort, nicht aber im Blutplasma erhöht.

Besonders schnell wird der Schmerz gelindert, wenn der Wirkstoff mithilfe einer speziellen Mikrogel-Galenik in einem Schmerzgel mit Ibuprofen vollständig gelöst vorliegt und so direkt bis in die tieferen, schmerzenden Gewebeschichten vordringen kann.

Folgende Mittel gegen Rückenschmerzen sind in der Regel verschreibungspflichtig und sollten erst nach Absprache mit dem Arzt eingesetzt werden:

  • Zentrale Muskelrelaxantien (muskelentspannende Mittel; Müdigkeit und Schwindel als häufige Nebenwirkung)
  • Bisphosphonate (insbesondere wenn Rückenschmerzen in Zusammenhang mit Osteoporose auftreten)/li>
  • Antidepressiva (vor allem bei chronischen Rückenschmerzen, die mit einer depressiven Störung einhergehen; Absprache möglicher Nebenwirkungen mit dem Arzt )
  • Opioide (bei chronischen, stark ausgeprägten Rückenschmerzen; zunächst lohnt ein Versuch mit nebenwirkungsärmeren Substanzen wie Tilidin oder Tramadol; Morphin wird meist erst nach Versagen dieser Therapieansätze verordnet)

Hilfe bei Rückenschmerzen: Wärme und weitere Maßnahmen

Die medikamentöse Therapie von Rückenschmerzen sollte grundsätzlich durch geeignete Maßnahmen ergänzt werden. Insbesondere die Zufuhr von Wärme hat sich bewährt, um die Muskeln zu lockern und eine mögliche Verspannung zu lösen.

Moderne Wärme-UmschlägeAnzeigeaus der Apotheke spenden langanhaltende Tiefenwärme und können problemlos tagsüber unter der Kleidung getragen werden. Achten Sie bei der Auswahl auch auf hautfreundliches Material und eine flexible Passform.

Auch eine professionell durchgeführte Massage kann hilfreich sein. Daneben spielt die Bewegung eine wichtige Rolle, wenn es um die Frage geht „Was tun gegen Rückenschmerzen?“. So wird Bettruhe bei Rückenschmerzen heute nur noch in Ausnahmefällen (starke, bewegungsabhängige Schmerzen) für einen Zeitraum von maximal vier Tagen empfohlen. In der Regel sollte möglichst frühzeitig wieder mit der Mobilisation und dem Muskelaufbau begonnen werden. Bei bestehenden und gerade abklingenden Beschwerden ist die Anleitung durch einen Physiotherapeuten empfehlenswert. Eine gezielte und frühzeitige Schmerztherapie zum Beispiel mit Ibuprofen ist die beste Voraussetzung, um die Bewegung überhaupt erst wieder möglich zu machen und damit den Therapieverlauf positiv zu beeinflussen.

Sie möchten mehr erfahren? Hier finden Sie bewährte Tipps bei Rückenschmerzen.

Für einen langfristigen Erfolg: Rückenschule und Gewichtskontrolle

Regelmäßige körperliche Aktivität und eine Stärkung der Rückenmuskulatur sollte auch nach erfolgreicher Behandlung von Rückenschmerzen in den Alltag integriert werden – schließlich gelten Bewegungsmangel und monotone Bewegungsabläufe als wichtige Risikofaktoren für die Entstehung von Rückenschmerzen.

Damit der Patient weiß, worauf es dabei ankommt, ist der Besuch einer Rückenschule empfehlenswert. Hier dreht sich alles um rückenfreundliche Bewegung und die richtige Körperhaltung im Alltag. Auch Strategien zum Abbau von Stress werden vermittelt, um so erneuten Verspannungen und Rückenschmerzen vorzubeugen. Nicht zuletzt ist die Umstellung auf eine ausgewogene Ernährung für all diejenigen empfehlenswert, die mit überschüssigen Kilos zu kämpfen haben. Übergewicht ist eine weitere häufige Ursache für Rückenschmerzen.

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