Rückenschmerzen – viele Menschen sind betroffen

Rückenschmerzen sind eine echte Volkskrankheit. Schätzungen zufolge ist fast jeder dritte Erwachsene in Deutschland regelmäßig davon betroffen.1 Nach Zahnschmerzen und Fieber sind Rückenprobleme der dritthäufigste Grund für Patienten, einen Arzt aufzusuchen.2 In den wenigsten Fällen allerdings liegen den Schmerzen im Rücken Veränderungen im Aufbau der Wirbelsäule oder anderer Strukturen zugrunde – Experten sprechen in diesem Zusammenhang von unspezifischen Rückenschmerzen. Diese sind häufig Folge von Bewegungsmangel oder Haltungsfehlern. Da Rückenschmerzen allerdings auch Symptome einer Grunderkrankung sein können (spezifische Rückenschmerzen), ist der Ausschluss krankhafter Ursachen bei Schmerzen im Rücken wichtig.

Kurzübersicht

Typische Symptome von Rückenschmerzen

Die Symptome bei Rückenschmerzen können äußerst vielfältig sein. Ein plötzlicher, stechender Schmerz ist ebenso möglich wie Druckschmerzen und starke Bewegungseinschränkungen. Anzeichen für einen Bandscheibenvorfall können Schmerzen sein, die bis in die Beine ausstrahlen.

Die folgende Übersicht bietet eine erste Orientierung, ersetzt aber keine ärztliche Diagnose.

Muskel­verspannung

Rückenbeschwerden:

Schmerzen im oberen Rücken, Schmerzen im unteren Rücken, Nackenschmerzen

Mögliche Begleitsymptome:

Verhärtung der Muskulatur Druckschmerz, Einschränkung der Beweglichkeit

Bandscheiben­vorfall

Rückenbeschwerden:

Starke Rückenschmerzen im unteren Rücken, die sich bei Bewegung verstärken

Mögliche Begleitsymptome:

Kribbeln im Bein, Lähmungen der Beinmuskulatur, Harn- und Stuhlinkontinenz; Taubheitsgefühl und Nackenschmerzen, Kältegefühl in Hand oder Arm

Wirbelkörper­fraktur bei Osteoporose

Rückenbeschwerden:

Plötzliche oder schleichend einsetzende, heftige Rückenschmerzen

Mögliche Begleitsymptome:

Abnahme der Körpergröße, Rundrücken, Knochenbrüche bei minimalen Auslösern

Arthrose der Wirbelsäule

Rückenbeschwerden:

Rückenschmerzen vor allem bei Belastung; Besserung im Liegen

Mögliche Begleitsymptome:

Ausstrahlung der Schmerzen in Gesäß, Leiste oder Unterbauch

Hexenschuss

Rückenbeschwerden:

Plötzlich einsetzender Rückenschmerz

Mögliche Begleitsymptome:

Blockierung der Beweglichkeit

Gebärmutter­entzündung / Eierstock­entzündung / Endometriose

Rückenbeschwerden:

Tief sitzende Rückenschmerzen bei Frauen

Mögliche Begleitsymptome:

Schmerzen im Unterbauch, Fieber

Unspezifische Schmerzen im Rücken

Häufige Ursachen von Rückenschmerzen

Ratgeber Muskeln Gelenke Knochen

Die Ursachen für Rückenschmerzen sind vielfältig. Besonders häufig sind Muskelverspannungen der Auslöser – bedingt durch Fehlhaltungen, einseitige Belastungen, Bewegungsmangel oder auch Stress. Die verhärteten Muskeln erhöhen die Empfindlichkeit der Schmerzrezeptoren. Bei akuter Anspannung setzt dann der Schmerz ein.

Auch wenn sie schmerzhaft sind: Unspezifische Rückenschmerzen sind fast immer harmlos und verschwinden in der Regel nach kurzer Zeit wieder. Unspezifisch meint, dass Erkrankungen wie Rheuma oder eine Skoliose (seitliche Verdrehung der Wirbelsäule) ausgeschlossen werden und keine spezifische Ursache der Rückenprobleme gefunden werden kann – das ist bei circa 85 Prozent der Betroffenen der Fall.3

Auslöser von unspezifischen Schmerzen

Die Auslöser von unspezifischen Schmerzen im Rücken können sehr unterschiedlich sein und sind schwer zu identifizieren. Beispiele hierfür sind:

  • psychischer Stress: Besonders im Zusammenhang mit körperlichen Überlastungen schlägt er sich bei vielen Menschen auf Rücken und Nacken nieder und löst dort Schmerzen aus.

  • rückenbeanspruchende Arbeit: Bücken, Schieben oder Ziehen sind auf Dauer schlecht für die Wirbelsäule und können Rückenprobleme auslösen. Vor allem dann, wenn die Bewegungen falsch ausgeführt werden oder der Alltag aus Fehlhaltungen der Wirbelsäule besteht. Zum Beispiel Heben, ohne dabei in die Knie zu gehen oder ständiges nach unten Starren auf das Handy können Schmerzen im Rücken verursachen.

  • Übergewicht und Bewegungsmangel: Überschüssiges Gewicht beansprucht die Wirbelsäule zusätzlich. In Kombination mit einer gering ausgeprägten Muskulatur sind häufig Rückenschmerzen die Folge.

  • Langes Sitzen: Durch die einseitige Belastung der Wirbelsäule fördert es langfristig Schmerzen im Rücken.

Dauern die Probleme länger als zwölf Wochen an, ist von chronischen Rückenschmerzen die Rede.4 Um diese möglichst zu vermeiden, sollte der Rücken bei akuten Rückenschmerzen für eine kurze Zeit geschont werden. Außerdem können schmerzlindernde Gele mit Ibuprofen dabei helfen, die Beschwerden zu verbessern. Das ist wichtig, um einer „Schonhaltung“, die automatisch durch den Schmerz entsteht, entgegenzuwirken. Eine verkrampfte Muskulatur durch Fehlhaltungen kann zusätzlich Verspannungen auslösen und die Schmerzen im Rücken verschlimmern. Auch nach überstandenen Rückenschmerzen ist ein regelmäßiges Muskeltraining das A und O, um erneuten Problemen vorzubeugen. Hier finden Sie weitere Tipps zur Verbesserung der Rückenschmerzen.

Bewegungsmangel und Übergewicht als Ursachen für Rückenschmerzen

Bewegungsmangel ist eine bekannte Ursache für Rückenschmerzen. Denn wird die Rückenmuskulatur nur einseitig belastet und unzureichend trainiert, drohen Verkürzungen der Muskeln und schmerzhafte Verspannungen im Rücken. Auch Übergewicht zählt zu den häufigen Ursachen von Rückenschmerzen. Jedes Kilo, das wir zu viel auf den Rippen haben, muss schließlich auch unser Rücken stemmen − eine enorme Belastung, die wir irgendwann zu spüren bekommen.

Haltungsfehler und monotone Bewegungsabläufe als Ursachen von Rückenschmerzen

Auch Haltungsfehler, zum Beispiel beim Anheben oder Tragen schwerer Lasten, können auf Kosten unseres Rückens gehen. Insbesondere am Arbeitsplatz wird häufig nicht auf eine rückenfreundliche Haltung geachtet.

Dabei lässt sich mit einer richtig eingestellten Tischhöhe, einem guten Bürostuhl und der optimalen Monitor-Höhe viel erreichen. Grundsätzlich gehen monotone Bewegungsabläufe meist nicht spurlos an unserem Rücken vorüber. Wer also stundenlang in der gleichen Position verharrt (zum Beispiel am Schreibtisch vor dem PC), der bekommt dies häufig durch Schmerzen im Rücken zu spüren. Wenn Sie diese häufigen Ursachen von Rückenschmerzen vermeiden möchten, können Sie mit einem rückenfreundlichen Arbeitsplatz vorbeugen.

Rückenschmerzen, die durch Ursache Stress ausgelöst werden

Rückenschmerzen treten häufig bei anhaltendem Stress auf. Der Grund: Die Ausschüttung von Stresshormonen versetzt unseren gesamten Körper in Alarmbereitschaft. Dies führt nicht nur zu Unruhe und Nervosität, auch die Muskulatur verspannt sich. Besonders häufig sind Verspannungen im Rücken sowie im Nacken- und Schulterbereich die unangenehme Folge.

Spezifische Rückenprobleme

Rückenschmerzen als Symptom anderer Erkrankungen

Auch wenn in den meisten Fällen eine rückenschädliche Lebensweise und Faktoren wie Stress und Ängste Rückenschmerzen auslösen, sei an dieser Stelle erwähnt, dass auch bestimmte krankhafte Veränderungen oder Grunderkrankungen als Ursache für Rückenschmerzen infrage kommen. Ärzte sprechen dann von spezifischen Rückenschmerzen.

Die wohl bekannteste spezifische Ursache für Rückenschmerzen ist der Bandscheibenvorfall. Die oft starken Schmerzen im Rücken treten akut auf und strahlen häufig in die Beine oder das Gesäß aus. Die Schmerzen können genauso schnell vergehen, wie sie aufgetreten sind.

Doch auch viele andere körperliche Erkrankungen oder Fehlstellungen können Gründe für die Rückenprobleme sein:

  • Borreliose (Infektion durch Zecken)

  • Meningitis (Hirnhautentzündung)

  • Skoliose ist eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule und tritt meistens während des Wachstums auf.

  • Bandscheibenvorfall (Vorwölbung beziehungsweise Austritt von Bandscheibengewebe)

  • Ischiasbeschwerden (Nervenreizung im Rückenmarkskanal)

  • Hexenschuss (als Folge von Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule und der Bandscheiben)

  • Entzündungen der Wirbelsäule entstehen entweder durch Erreger wie Bakterien oder aufgrund rheumatischer Erkrankungen wie einer rheumatoiden Arthritis.

  • Verschleißerscheinungen (Arthrose) der Wirbelsäule sind auch als Facettengelenksarthrose bekannt. Der Gelenkknorpel ist abgenutzt, wodurch die Knochen aufeinander reiben und Rückenschmerzen verursachen.

  • Beim Wirbelgleiten (Spondylolisthese) verschieben sich zwei benachbarte Wirbel meistens aufgrund von Überbelastung der Wirbelsäule oder aufgrund von degenerativen (abbauenden) Alterungsprozessen.

  • Die Scheuermann-Krankheit ist eine Wachstumsstörung bei Jugendlichen und führt zu einem Rundrücken, der teilweise starke Rückenschmerzen hervorruft.

  • Osteoporose betrifft vor allem Frauen. Die Knochen werden brüchiger und schwächer, sodass es zu schmerzhaften Wirbelbrüchen kommen kann. (Wirbelkörperbruch)

  • Bei Frauen: Gebärmutterentzündung, Eierstockentzündung, Endometriose

In sehr seltenen Fällen können auch Tumore an der Wirbelsäule oder andere Krebserkrankungen für starke Rückenschmerzen sorgen. Um dies festzustellen, bedarf es allerding genaue medizinische Untersuchungen.

Beim Auftreten von Schmerzen im Rücken sollte ein Orthopäde eine Untersuchung durchführen und eine Diagnose stellen. Sehr oft sind gezielte Rückenübungen und eine Ernährungsanpassung der erste Schritt für einen gesunden Rücken.

Arztbesuch

Wann zum Arzt bei Rückenschmerzen?

Rückenschmerzen sind zwar meist harmlos und unspezifischer Art, dennoch sollte bei diesen Alarmsignalen ein Arzt bei Rückenschmerzen aufgesucht werden:

  • Ausstrahlung der Schmerzen bis ins Bein

  • Taubheit

  • Kribbeln

  • Gefühlsstörungen

  • Lähmungserscheinungen

Untersuchungsmöglichkeiten

Diagnose bei Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sollten weder Panik auslösen, noch bagatellisiert werden. Ernst genommen werden sollten sie vor allem dann, wenn diese plötzlich auftreten, nicht von selbst wieder besser werden und weitere Symptome hinzukommen.

Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Armen oder Beinen, Lähmungserscheinungen, eine ungewohnte Schwäche und Probleme beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang machen einen raschen Arztbesuch erforderlich.

Anamnese: Der Arzt erkundigt sich zunächst nach der Krankengeschichte

Wenn ein Patient einen Arzt bei Rückenschmerzen aufsucht, steht zunächst eine ausführliche Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) im Mittelpunkt.

Für den Arzt sind vor allem Informationen zu diesen Fragen relevant:

  • Wann sind die Schmerzen zum ersten Mal aufgetreten?

  • Wo sitzt der Schmerz und strahlt dieser in andere Körperbereiche aus?

  • Wie stark sind die Schmerzen und wie fühlen sich diese an (dumpf, brennend, stechend)?

  • Verändert sich der Schmerz beim Husten oder bei Kopfbewegungen?

  • Ist der Schmerz dauerhaft vorhanden?

  • Gibt es sonstige Einflüsse, die den Schmerz lindern oder verstärken?

  • Liegt eine Störung der Blasen- oder Darmtätigkeit vor?

Körperliche Untersuchung: Augenmerk auf Körperhaltung und Muskeln

Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung beurteilt der Arzt die Körperhaltung und die Beweglichkeit der Wirbelsäule.

Dabei sieht er genau hin: Ist die Wirbelsäule krumm? Sind die Schultern hochgezogen oder schief? Wie steht das Becken? Finden sich Rötungen oder Schwellungen entlang der Wirbelsäule? Kann sich der Patient bücken, sich drehen und die Wirbelsäule frei bewegen?

Anschließend werden die Muskeln genauer betrachtet und deren Reflexe überprüft. Der Arzt untersucht, wie kräftig die Muskeln sind, wie sensibel sie auf Druck, Beklopfen oder Berührung reagieren. Manchmal reichen die Befragung des Patienten und die körperliche Untersuchung schon aus, um die richtige Behandlungsmöglichkeit für die Rückenschmerzen zu ermitteln. Etwa wenn Verspannungen oder Blockaden der Wirbelsäule vorliegen. Besteht der Verdacht auf eine krankhafte Veränderung der Wirbelsäule, kommen weitere Untersuchungsverfahren zum Einsatz.

Bildgebende Verfahren: Aufnahmen von Wirbelsäule und Becken

In der Regel werden bei Rückenschmerzen zur weiteren Diagnostik bildgebende Verfahren angewendet. Dazu zählen unter anderem Röntgenuntersuchungen in zwei Ebenen (von vorne und von der Seite), die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT).

Anhand von Röntgenbildern können unter anderem Rippen, Wirbelkörper, Gelenkfortsätze und die Knochenstrukturen sichtbar gemacht und krankhafte Veränderungen erkannt werden. Bei CT und MRT werden aus verschiedenen erstellten Schnittbildern mit einem Computer dreidimensionale Bilder des untersuchten Bereiches erstellt. Erhalten wird so eine genaue Abbildung der Wirbelsäule mit den Bandscheiben und dem Wirbelsäulenkanal. Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass bei einer CT Röntgenstrahlen - diese sind um ein vielfaches höher als bei einer normalen Röntgenuntersuchung - und bei einer MRT ein Magnetfeld zum Einsatz kommt.

In eher seltenen Fällen kann zusätzlich eine spezielle Röntgenuntersuchung des Rückenmarkskanals mit Hilfe von Kontrastmitteln, die sogenannte Myelografie, notwendig sein. Durch diese Untersuchung werden Verengungen und Erkrankungen im Rückenmarkskanal beziehungsweise an Nervenwurzeln aufgedeckt. Reichen oben genannte Untersuchungen zur Beurteilung der Rückenschmerzen nicht aus, werden weitere Methoden herangezogen, die der Ursachenfindung und der Therapie nutzen.

Dazu zählen:

  • Ultraschall (Muskeln, Bänder, Sehnen werden dargestellt und eventuell mögliche Gelenkergüsse oder Zysten können so erkannt werden)

  • Blutbild (zum Beispiel bei Verdacht auf Borreliose)

  • Liquordiagnostik (Liquor = Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit, Untersuchung zum Ausschluss von entzündlichen Erkrankungen oder Hirn- und Rückenmarkstumoren)

Behandlungsmöglichkeiten

Rückenschmerzen: Behandlung

Zur Behandlung von Rückenschmerzen werden in der Regel medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen eingesetzt. Im Akutfall hat die schnelle Schmerzlinderung und Muskelentspannung oberste Priorität.

Bettruhe gilt heute als nicht mehr zeitgemäße Empfehlung, vielmehr spielt Bewegung bei Rückenschmerzen eine wichtige Rolle. Sollten Rückenschmerzen krankheitsbedingt auftreten, ist in erster Linie die Grunderkrankung gezielt zu behandeln.

Medikamente bei Rückenschmerzen: Ibuprofen als bewährter Schmerzwirkstoff

Was hilft bei Rückenschmerzen? Die medikamentöse Therapie ist ein Grundpfeiler bei der Behandlung von Rückenschmerzen. Die Art der eingesetzten Wirkstoffe richtet sich primär nach der Schmerzart (akute versus chronische Rückenschmerzen).

Im Akutfall geht es vor allem darum, den Schmerz schnell und präzise zu lindern – auch, um möglichst schnell wieder in Bewegung zu kommen. Hier spielen die sogenannten nicht-steroidalen Analgetika (NSAR) eine zentrale Rolle.

Vor allem der Schmerzwirkstoff Ibuprofen hat sich bei Rückenschmerzen bewährt und besitzt ein vergleichsweise günstiges Nebenwirkungsprofil. Er wirkt durch die Hemmung von sogenannten Prostaglandinen entzündungshemmend und schmerzlindernd zugleich.

Tipp: Um das Risiko möglicher Nebenwirkungen noch geringer zu halten, empfiehlt sich die lokale Anwendung in Form eines rezeptfreien Schmerzgels bei Rückenschmerzen mit Ibuprofen. Denn auf diese Weise wird die Belastung des Organismus reduziert und die Wirkstoff-Konzentration ist nur am Wirkort, nicht aber im Blutplasma erhöht.

Besonders schnell wird der Schmerz gelindert, wenn der Wirkstoff mithilfe einer speziellen Mikrogel-Galenik in einem Schmerzgel mit Ibuprofen vollständig gelöst vorliegt und so direkt bis in die tieferen, schmerzenden Gewebeschichten vordringen kann.

Folgende Mittel gegen Rückenschmerzen sind in der Regel verschreibungspflichtig und sollten erst nach Absprache mit dem Arzt eingesetzt werden:

  • Zentrale Muskelrelaxantien (muskelentspannende Mittel; Müdigkeit und Schwindel als häufige Nebenwirkung)

  • Bisphosphonate (insbesondere wenn Rückenschmerzen in Zusammenhang mit Osteoporose auftreten)

  • Antidepressiva (vor allem bei chronischen Rückenschmerzen, die mit einer depressiven Störung einhergehen; Absprache möglicher Nebenwirkungen mit dem Arzt)

  • Opioide (bei chronischen, stark ausgeprägten Rückenschmerzen; zunächst lohnt ein Versuch mit nebenwirkungsärmeren Substanzen wie Tilidin oder Tramadol; Morphin wird meist erst nach Versagen dieser Therapieansätze verordnet)

Hilfe bei Rückenschmerzen: Wärme und weitere Maßnahmen

Die medikamentöse Therapie von Rückenschmerzen sollte grundsätzlich durch geeignete Maßnahmen ergänzt werden. Insbesondere die Zufuhr von Wärme hat sich bewährt, um die Muskeln zu lockern und eine mögliche Verspannung zu lösen.

Moderne Wärme-Umschläge aus der Apotheke spenden langanhaltende Tiefenwärme und können problemlos tagsüber unter der Kleidung getragen werden. Achten Sie bei der Auswahl auch auf hautfreundliches Material und eine flexible Passform.

Auch eine professionell durchgeführte Massage kann hilfreich sein. Daneben spielt die Bewegung eine wichtige Rolle, wenn es um die Frage geht „Was tun gegen Rückenschmerzen?“. So wird Bettruhe bei Rückenschmerzen heute nur noch in Ausnahmefällen (starke, bewegungsabhängige Schmerzen) für einen Zeitraum von maximal vier Tagen empfohlen. In der Regel sollte möglichst frühzeitig wieder mit der Mobilisation und dem Muskelaufbau begonnen werden. Bei bestehenden und gerade abklingenden Beschwerden ist die Anleitung durch einen Physiotherapeuten empfehlenswert. Eine gezielte und frühzeitige Schmerztherapie zum Beispiel mit Ibuprofen ist die beste Voraussetzung, um die Bewegung überhaupt erst wieder möglich zu machen und damit den Therapieverlauf positiv zu beeinflussen.

Für einen langfristigen Erfolg: Rückenschule und Gewichtskontrolle

Regelmäßige körperliche Aktivität und eine Stärkung der Rückenmuskulatur sollte auch nach erfolgreicher Behandlung von Rückenschmerzen in den Alltag integriert werden – schließlich gelten Bewegungsmangel und monotone Bewegungsabläufe als wichtige Risikofaktoren für die Entstehung von Rückenschmerzen.

Damit der Patient weiß, worauf es dabei ankommt, ist der Besuch einer Rückenschule empfehlenswert. Hier dreht sich alles um rückenfreundliche Bewegung und die richtige Körperhaltung im Alltag. Auch Strategien zum Abbau von Stress werden vermittelt, um so erneuten Verspannungen und Rückenschmerzen vorzubeugen. Nicht zuletzt ist die Umstellung auf eine ausgewogene Ernährung für all diejenigen empfehlenswert, die mit überschüssigen Kilos zu kämpfen haben. Übergewicht ist eine weitere häufige Ursache für Rückenschmerzen.

Vorbeugung

Wie kann man Rückenschmerzen vorbeugen?

Heutzutage sind Rückenschmerzen eine Volkskrankheit, die häufig durch den modernen Lebensstil bedingt werden: Bewegungsmangel und steigendes Körpergewicht. Dabei kann man mit einfachen Tricks im Alltag bereits viel tun, um Rückenschmerzen gar nicht erst entstehen zu lassen.

Bauen Sie regelmäßige Bewegung in Ihren Alltag ein – Sie müssen dafür nicht jeden Tag in einen Fitnesskurs gehen! Fahren Sie kurze Strecken mit dem Fahrrad oder nehmen Sie die Treppe statt des Fahrstuhls. Dies sorgt nicht nur für ein Training der Rückenmuskulatur; die Bewegung hilft auch bei der Gewichtskontrolle.

Mit viel Bewegung Rückenschmerzen vorbeugen

Wer etwas für einen gesunden Rücken tun möchte, der sollte vor allem mehr Schwung in seinen Alltag bringen! Rückenfreundliche Sportarten wie Joggen oder Walken sollten etwa zwei bis drei Mal pro Woche auf dem Programm stehen.

Wer mit dem inneren Schweinehund zu kämpfen hat, kann sich zum Beispiel mit einem Freund zusammentun oder sich einer Trainingsgruppe anschließen. Zusammen macht Sport einfach mehr Spaß!

Doch nicht nur Sport, auch ein paar Schritte zu Fuß mehr pro Tag kommen der Rückenmuskulatur zu Gute. Einige Anregungen gefällig? Mit dem Rad ins Büro, Treppe statt Aufzug, Abendspaziergang statt Fernsehabend – es ist leichter, als es auf den ersten Blick scheinen mag! Empfehlenswert sind auch spezielle Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur. In einem Fitnessstudio können professionelle Trainer geeignete Bewegungsabläufe zusammenstellen und Fehler in der Ausführung frühzeitig korrigieren.

Gezielter Stressabbau zur Vorbeugung von Verspannungen

Bei Rückenschmerzen sind häufig muskuläre Verspannungen mit im Spiel. Diese resultieren nicht nur aus Fehlhaltungen und Bewegungsmangel, auch Stress begünstigt Muskelverspannungen. Umso wichtiger ist es, Stress gezielt abzubauen und Raum für mehr Entspannung zu schaffen.
Professionelle Entspannungstechniken (zum Beispiel Progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Autogenes Training) können hier hilfreich sein. Doch auch so einfache Tricks wie ein Schaumbad, eine gute CD oder ein Spaziergang am Abend können helfen, den Stress in die Schranken zu weisen.

Rückenschmerzen vorbeugen: Weitere Maßnahmen

Weitere Maßnahmen, die sich zur Vorbeugung von Rückenschmerzen bewährt haben, sind:

  • Besuch einer Rückenschule (Haltungsschulung zum Beispiel zum richtigen Heben und Tragen, Rücken-Übungen, Stressabbau)

  • Rückenfreundlicher Arbeitsplatz

  • Abbau von Übergewicht auf Basis einer langfristigen Ernährungsumstellung (Radikal-Diäten begünstigen den Jojo Effekt)

Rückenschmerzen beim Schlafen vorbeugen

Eine falsche Liegeposition oder eine nicht geeignete Matratze kann nicht nur zu schlaflosen Nächten führen, sondern auch der Auslöser für Rückenschmerzen sein.

  • Wirbelsäule entlasten: Rückenschmerzen am Morgen sind keine Seltenheit. Oft steckt eine durchgelegene Matratze oder ein ungeeignetes Kissen dahinter. Die Grundregel für gesundes Liegen lautet daher: Wirbelsäule entlasten. Das heißt konkret, dass die natürliche S-Form der Wirbelsäule auch beim Liegen im Bett gehalten werden sollte – für ein entspanntes Aufwachen ohne Rückenschmerzen.

  • Die richtige Matratze: Hart oder weich? Das ist wohl die erste Frage, wenn's um die richtige Matratze geht. Allerdings: In Sachen Härtegrad sollten Sie selbst entscheiden, was Sie als angenehm empfinden. Daher gilt: Testen Sie die Matratze beim Probeliegen und probieren Sie verschiedene Schlafpositionen aus. Grundsätzlich wird empfohlen, dass Menschen mit höherem Körpergewicht zu härteren Matratzen greifen sollten als „Leichtgewichte“ – so kann verhindert werden, dass der Rücken zu tief in die Matratze einsinkt. Und nach spätestens zehn Jahren sollte die Matratze ausgetauscht werden.

  • Das richtige Kissen: Nicht zu hoch und nicht zu hart – Das Kissen soll Kopf und Nacken leicht abstützen. Ist das Kissen zu hoch oder zu hart, knickt der Kopf ab – und das kann schmerzhafte Verspannungen der Nackenmuskulatur zur Folge haben. In der Regel ist ein relativ flaches Kissen besser geeignet – das gilt vor allem für Bauchschläfer. Wer vor allem auf dem Rücken schläft, sollte darauf achten, dass das Kissen die natürliche S-Form der Wirbelsäule nicht stört. Bei Seitenschläfern sollte das Kissen dagegen den Bereich zwischen Matratze und der Hals- und Schulterpartie ausfüllen. Da die meisten Menschen während des Schlafs ihre Position häufig wechseln, ist ein Kissen geeignet, das sich gut anpasst – es sollte also nicht zu fest sein.

1 Statista – Das Statistik-Portal. Statistiken zu Rückenschmerzen. URL: https://de.statista.com/themen/1364/rueckenschmerzen/ (05.06.2018).
2 Statista – Das Statistik-Portal. Bei welchen Symptomen gehen Sie direkt zum Arzt? URL: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/661655/umfrage/umfrage-in-deutschland-zu-symptomen-bei-denen-man-direkt-zum-arzt-geht/ (05.05.2018).
3 Die Techniker: Ursachen von Rückenschmerzen. URL: hhttps://www.tk.de/techniker/magazin/sport/gesunder-ruecken/ursachen-von-rueckenschmerzen-2007860 (04.06.2018).
4 mhPlus Krankenkasse: Rückenschmerzen verstehen. URL: https://www.mhplus-krankenkasse.de/achtungruecken/schmerz_verstehen/rueckenschmerz_typen/ursachen_schmerzdauer/ (04.06.2018).