Symptomatische Behandlung von Muskel- und Wadenkrämpfen mit Chininsulfat

Frau nimmt Chininsulfat Kapseln als Mittel gegen Muskelkrämpfe mit einem Glas Wasser ein

Treten Muskel- und Wadenkrämpfe nicht aufgrund von Magnesiummangel oder einer zugrundeliegenden chronischen Erkrankung auf, ist eine ursächliche Behandlung meist schwierig.

Daher steht hier die Symptomlinderung im Vordergrund. Erprobt sind dann Präparate, die den Wirkstoff Chininsulfat enthalten. Die ursprünglich als Malariamittel entwickelten, mittlerweile verschreibungspflichtigen Medikamente wirken gegen Krämpfe aller Art, jedoch nur symptomatisch.

Wirkweise von Chininsulfat bei Muskel- und Wadenkrämpfen

Wirkung von Chininsulfat auf die Muskeln:

  • Verringerung der Erregbarkeit der Muskeln
  • Erhöhung der Reizschwelle des Muskels

Aufgrund dieser Wirkungen auf die Muskeln kann Chininsulfat die Symptome von Muskel- und Wadenkrämpfen lindern. Es stellt somit ein probates Mittel in der Akutbehandlung dar, jedoch werden die eigentlichen Ursachen hinter den Beschwerden nicht beseitigt.

Daher sollten Chininsulfat-haltige Medikamente auch erst dann zur Anwendung kommen, wenn die Anwendung äußerlicher Maßnahmen (Massage, Wade dehnen) keine Linderung der Symptome oder die Einnahme von hochdosiertem Magnesium keine Verbesserung gezeigt haben.

Chininsulfat: Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen

Für die Behandlung von nächtlichen Wadenkrämpfen waren Chininsulfat-haltige Medikamente in Deutschland bisher freiverkäuflich erhältlich. In den letzten Jahren gab es jedoch Hinweise auf eine Reihe von Nebenwirkungen, welche eine Verschreibungspflicht für diese Arzneimittel auch hierzulande notwendig erscheinen ließen.

Tatsächlich kann man sie nun seit dem 01.04.2015 nur noch auf Rezept erhalten, nachdem andere europäische Länder wie Großbritannien oder Frankreich sie schon länger als verschreibungspflichtig eingestuft hatten.

Folgende Nebenwirkungen können unter anderem bei der Einnahme von Chininsulfat auftreten:

  • Thrombozytenmangel; die Thrombozyten (Blutplättchen) sind wichtig für das Verschließen von Wunden; fehlen sie, kann es zu problematischen Blutungen kommen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Sehstörungen (daher sollte Chininsulfat nicht eingenommen werden, wenn man Maschinen bedienen muss oder im Straßenverkehr unterwegs ist)

In der Schwangerschaft dürfen Chininsulfat-haltige Arzneimittel auf Grund von schwerwiegenden Nebenwirkungen nicht eingenommen werden. Auch in der Stillzeit sollte auf eine Einnahme verzichtet werden.

Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass Chininsulfat mit bestimmten anderen Medikamenten in Wechselwirkung treten kann. So ist die gleichzeitige Einnahme mit Herzrhythmus stabilisierenden Präparaten (Antiarrhythmika), aber auch Antidepressiva und Antibiotika zu vermeiden. Sprechen Sie dazu mit Ihrem Arzt.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: Biolectra® Magnesium 365 mg fortissimum BrausetablettenAnzeige >>

Ist Magnesium ausreichend wirksam? >>

Was tun bei Muskel- und Wadenkrämpfen? >>