Osteoporose: Wenn der Knochen an Festigkeit verliert

Spricht man von Osteoporose, denken viele an eine „Frauenkrankheit“ – doch das stimmt so nicht ganz. Männer wie Frauen, alt wie jung können von der Krankheit betroffen sein. Sich mit dem Thema Knochenentkalkung auseinanderzusetzen, ist also in jedem Alter und für jedes Geschlecht relevant. Was Sie über Osteoporose wissen sollten – von der Definition über die Ursache bis zur Behandlung –, erfahren Sie hier.

Definition: Was ist eine Knochenentkalkung?

Älteres Ehepaar hat Probleme mit Osteoporose

Zeit unseres Lebens befinden sich die Knochen im Wandel: Im Alter verschiebt sich das Verhältnis von Knochenaufbau und Knochenabbau zugunsten des Abbaus. Während bei Kindern und jungen Erwachsenen der Aufbau der Knochenmasse überwiegt, erreicht diese um das 30. Lebensjahr herum ihren Höhepunkt.

Zwar findet auch weiterhin ein Aufbau statt, es wird allerdings weniger auf- als abgebaut. Ab diesem Zeitpunkt findet also ein stetiger Rückgang der Knochenmasse statt – genauer gesagt, verlieren die Knochen an Dichte. Der Verlust beträgt pro Jahr normalerweise zwischen 0,5 und 1 Prozent.1

So gesehen, ist Knochenschwund eigentlich ein ganz natürlicher Prozess. Nimmt er allerdings überhand, hat das negative Folgen: Bei der Recherche nach der Definition von Osteoporose stößt man unweigerlich auf die Begriffe Knochenentkalkung und Knochenschwund. Sie sind auch schon ein erster Hinweis darauf, welche Art von Erkrankung vorliegt: nämlich eine krankhaft verminderte Knochendichte. Bei Osteoporose geht der Schwund von Knochenmasse über den normalen Abbau in Abhängigkeit von Alter und Geschlecht hinaus. Der fortschreitende Knochenschwund führt dazu, dass sich auch die feine Architektur des Knochengewebes verändert. Die Folge: Die Knochen werden porös und brüchig – und das Risiko für Knochenbrüche steigt.

Symptome und Ursachen

Die Knochenentkalkung ist eine Krankheit, die sich schleichend bemerkbar macht: Zu Beginn sind Betroffene noch vollkommen beschwerdefrei. Erst im fortgeschrittenen Stadium, wenn es zu Knochenbrüchen, zum Beispiel im Bereich der Wirbelsäule, kommt, zeigen sich typische Symptome wie

  • Rückenschmerzen,
  • Rundrücken oder
  • Größenverlust.

Neben Frakturen (Brüchen) der Wirbelkörper kommt es häufig zu Hüftfrakturen, die bereits nach leichten Stürzen entstehen.

Verantwortlich für den gesteigerten Knochenabbau ist ein Ungleichgewicht zwischen den sogenannten Osteoblasten, Zellen, die Knochensubstanz aufbauen, und Osteoklasten, also knochensubstanzabbauenden Zellen. Durch den vermehrten Abbau der Knochensubstanz verliert der Knochen an Stabilität und Festigkeit.

Doch warum entsteht überhaupt eine Osteoporose? Als Auslöser kommen beispielsweise hormonelle Gründe wie der Östrogenmangel bei Frauen in den Wechseljahren infrage. Aber auch bestimmte Risikofaktoren können den Knochenabbau begünstigen: Ein ernährungsbedingter Mangel an Calcium- und Vitamin D spielt ebenso eine Rolle wie ein übermäßiger Alkohol- oder Nikotinkonsum. Daneben vermuten Experten auch eine genetische Komponente als mögliche Ursache.

Formen von Osteoporose

Bei der Erkrankung unterscheidet man zwei Formen: die primäre und sekundäre Osteoporose.

Primäre Osteoporose: der Osteoporose liegt keine erkennbare Ursache zugrunde

  • Häufigkeit: 95 Prozent
  • Formen der primären Osteoporose:
    • postmenopausal: bei Frauen nach der Menopause
    • juvenil: im Kindes- und Jugendalter
    • senil: Altersosteoporose

Sekundäre Osteoporose: Folgeerscheinung anderer Erkrankungen oder der Einnahme bestimmter Medikamente

  • Häufigkeit: 5 Prozent
  • mögliche Ursachen:
    • Diabetes
    • Schilddrüsenüberfunktion
    • nach einer medikamentösen Langzeittherapie, zum Beispiel mit Cortison-Präparaten

Diagnose Osteoporose – wie wird sie behandelt?

Eine frühzeitige Diagnose wird aufgrund der erst spät auftretenden Beschwerden erschwert. Viele Betroffene gehen erst zum Arzt, wenn typische Symptome auftreten. Ob es sich tatsächlich um die Krankheit Knochenentkalkung handelt, stellt der Arzt mittels ausführlichem Anamnese-Gespräch und Knochendichtemessung fest. Unterstützend kann der Arzt Blutuntersuchungen durchführen oder bildgebende Verfahren wie Röntgen und Computertomografie einsetzen.

Nach der Diagnose Osteoporose erfolgt die Behandlung im Sinne eines Baukasten-Systems, sprich: Verschiedene Methoden kommen zum Einsatz. Eine ausreichende Zufuhr von Calcium und Vitamin D3 zählt zu den Basismaßnahmen bei Osteoporose. Je nach Alter und Geschlecht kann dann noch die Gabe von Hormonen oder anderen speziellen Osteoporose-Medikamenten infrage kommen; eine vorherige Absprache mit einem Arzt ist hier zwingend nötig.

Darüber hinaus profitieren Osteoporose-Patienten von weiteren therapeutischen Maßnahmen. Zur Anwendung kommen hier vor allem spezielle Funktionstrainings, die nicht nur dem Aufbau von Muskelkraft dienen. Sportliche Aktivität, vor allem Krafttraining, regt den Knochenaufbau an. Ein operativer Eingriff, bei dem beispielsweise der Knochen mit Kunststoff aufgefüllt wird, muss nur in seltenen Fällen erfolgen.

Knochenentkalkung: Wie Sie der Krankheit vorbeugen können

Vorsorge ist besser als Nachsorge – der bekannte Spruch gilt auch bei Osteoporose. Denn wer sich rechtzeitig um seine Knochen kümmert, kann das Risiko für die Krankheit senken. Um einer Knochenentkalkung vorzubeugen spielen sowohl die Ernährung mit ausreichend Vitamin D und Calcium eine Rolle als auch sportliche Aktivität und das Vermeiden von Risikofaktoren wie Rauchen.

 

1Frauenärzte im Netz: Osteoporose. URL: https://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_osteoporose-was-ist-osteoporose-_552.html (07.02.2018).