Symptome und Ursachen von rheumatoider Arthritis

Bei rheumatoider Arthritis denken viele zuerst an alte Patienten mit „verkrüppelten“ Händen. Doch die Erkrankung kann auch junge Menschen treffen, da die Gelenkbeschwerden aufgrund einer Autoimmunreaktion entstehen. Frauen erkranken etwa drei Mal so häufig wie Männer. Insgesamt gehen Statistiken davon aus, dass etwa ein Prozent der deutschen Bevölkerung unter rheumatoider Arthritis leidet.

Übersicht:

Arthritis: Symptome der Gelenkerkrankung

Charakteristische Arthritis-Symptome sind Gelenkschmerzen und die sogenannte „Morgensteifigkeit“ der Gelenke. Bei Betroffenen zeigen sich meist die ersten Symptome im Alter von 30 bis 50 Jahren.

Symptome von Gelenkentzündungen: Im Anfangsstadium häufig unspezifisch

Gerade im Frühstadium der Erkrankung sind die Arthritis-Symptome meist unspezifisch ausgeprägt. So können zum Beispiel Appetitlosigkeit, Müdigkeit, starkes Schwitzen und ein scheinbar grundloser Gewichtsverlust auf eine Gelenkentzündung hindeuten. Auch eine bläulich-rote Verfärbung der Haut im Bereich der betroffenen Gelenke kann ein erstes Anzeichen für Arthrose sein.

Gelenkbeschwerden bei Arthritis: Symptome der Gelenkentzündung

Symptome und Ursachen von rheumatoider Arthritis: Frau mit Gelenkerkrankung massiert ihre entzündeten Hände und Finger

Erst wenn die rheumatoide Arthritis weiter fortgeschritten ist, zeigen sich die charakteristischen Arthritis-Symptome in Form von Gelenkbeschwerden und Gelenkentzündungen. Diese betreffen zunächst meist Finger- und Handgelenke (symmetrisch), breiten sich dann aber auch auf die Zehen und weitere Gelenke wie zum Beispiel die Knie- oder Hüftgelenke aus. In der Regel sind Beschwerden wie Schwellung, Schmerz und Überwärmung in der Nacht am stärksten ausgeprägt („nächtliche Beschwerdedominanz“).

Ausprägung von Gelenkbeschwerden bei rheumatoider Arthritis:

  • Morgensteifigkeit: Die Gelenke schmerzen insbesondere am Morgen und sind noch sehr steif. Im Tagesverlauf kann diese Morgensteifigkeit nachlassen
  • Schwellung
  • Überwärmung, Rötung: typische Zeichen der Gelenkentzündung
  • Druckschmerz
  • Fehlstellung
  • Gelenkschmerzen: insbesondere in Ruhe und in der Nacht
  • Bewegungseinschränkung

Bei Gelenkentzündungen können Einschränkungen bei bestimmten Bewegungsabläufen (zum Beispiel Öffnen eines Schraubverschlusses) bis hin zu körperlichen Behinderungen auftreten.

Mögliche Folgen von Arthritis (Gelenkentzündung): begleitende Erkrankungen

Im weiteren Verlauf der Arthritis kann es zu zusätzlichen Beschwerden kommen, die auf eine Beteiligung anderer Organe zurückzuführen sind. So ist beispielsweise eine Bindehautentzündung oder eine Rippenfellentzündung in Verbindung mit Arthritis möglich. Auch eine Entzündung des Herzbeutels kann auftreten.

Nicht zuletzt ist das Risiko für andere Krankheitsbilder im Zuge der Diagnose Arthritis erhöht. So weisen Arthritis-Patienten beispielsweise ein höheres Osteoporose-Risiko auf. Auch die Anfälligkeit gegenüber Arteriosklerose oder gewissen Infektionen ist bei einer Gelenkentzündung erhöht.

Arthritis-Patienten sollten daher eine gewisse Sensibilität gegenüber neuen, auffälligen Symptomen entwickeln und im Zweifelsfall zur frühzeitigen Abklärung ihren behandelnden Arzt aufsuchen.

Arthritis: Ursachen

Die Ursachen für Arthritis variieren je nach vorliegender Arthritis-Form. Bei der häufigsten Form, der rheumatoiden Arthritis, liegt eine Autoimmunreaktion als Ursache für die fortschreitende Gelenkentzündung zugrunde. Neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge scheint auch ein Vitamin-E-Mangel bei entzündlichen Gelenkerkrankungen eine Rolle zu spielen.

Autoimmunerkrankung als Ursache für rheumatoide Arthritis

Bei der rheumatoiden Arthritis kommt es zu einer Fehlsteuerung des Immunsystems, das sich dadurch im Rahmen einer sogenannten „Autoimmunreaktion“ gegen den eigenen Körper richtet. Genauer gesagt wird durch eine erhöhte Zytokin1-Ausschüttung die Gelenkinnenhaut angegriffen.

In der Folge kommt es zu einer Wucherung der Gelenkinnenhaut und zu einer Entzündung, die auf lange Sicht die Gelenke zerstört. Gleichzeitig wird die Produktion von Zytokinen weiter erhöht – ein Teufelskreis setzt sich in Gang.

Warum sich das Immunsystem gegen die eigenen Gelenke richtet, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt. Experten führen in diesem Zusammenhang verschiedene Faktoren an, die wahrscheinlich gleichermaßen die Fehlsteuerung der körpereigenen Abwehr begünstigen.

Begünstigende Faktoren für rheumatoide Arthritis sind:

  • Genetische Faktoren
  • Nikotinkonsum
  • Erreger wie Viren oder Bakterien

Entzündliche Gelenkbeschwerden und Vitamin E

Neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge scheint ein Vitamin-E-Mangel bei der Entstehung von entzündlichen Gelenkerkrankungen wie Arthritis und Arthrose eine gewisse Rolle zu spielen.

Der Grund: Vitamin E wirkt als Antioxidans und damit als Fänger von freien Radikalen, die bei entzündlichen Gelenkerkrankungen vermehrt gebildet werden. Gleichzeitig steht bei entzündlichen Gelenkprozessen häufig zu wenig Vitamin E zur Verfügung.

Tipp: Die tägliche Einnahme von hoch dosiertem Vitamin E pflanzlicher Herkunft (zum Beispiel als Kapseln, rezeptfrei in der Apotheke) kann helfen, den Vitamin-E-Mangel auszugleichen und so den Beschwerden entgegen zu wirken.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema Vitamin E.

Andere Formen der Arthritis: Ursachen

Bei anderen Formen der Arthritis spielen Infektionen mit Krankheitserregern oder allergische Reaktionen als Auslöser eine Rolle. Hier ein kurzer Überblick:

Arthritis-FormUrsache
Bakterielle ArthritisEindringen von Krankheitserregern in die Gelenkhöhle (zum Beispiel durch Knochenmarksentzündung, Operation oder Verletzung)
Reaktive ArthritisInfektion mit Bakterien oder Viren außerhalb der Gelenke (zum Beispiel nach Magen-Darm-Infektion, Harnwegsinfekt)
Allergische ArthritisAllergische Reaktion zum Beispiel auf Medikamente

Psoriasis-Arthritis und mehr: Grunderkrankungen als Ursache

Grundsätzlich kann die Arthritis auch als Begleiterscheinung einer zugrundeliegenden Erkrankung auftreten.

Krankheiten, die mit Arthritis einhergehen können, sind zum Beispiel:

  • Schuppenflechte („Psoriasis-Arthritis“)
  • Diabetes mellitus
  • Gicht
  • Störungen der Schilddrüsenfunktion
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