Omarthrose: Schmerzen in der Schulter

Das Greifen nach einer Tasse in höheren Schrankfächern oder das Abtrocknen der Haare über Kopf – das alles sind Bewegungen, die für Menschen mit einer Schulterarthrose nur unter Schmerzen oder gar nicht möglich sind. Denn mit Fortschreiten der Gelenkerkrankung verliert die Schulter immer mehr an Beweglichkeit. Erfahren Sie hier alles Wichtige über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten bei einer Schultergelenksarthrose.

Was ist eine Schulterarthrose?

Frau mit Omarthrose hält sich schmerzendes Schultergelenk

Die Schulterarthrose, medizinisch Omarthrose genannt, ist im Vergleich zur Knie- und Hüftarthrose eine seltener auftretende Form der Arthrose, da die Schultern im Vergleich zur Hüfte oder den Knien gewöhnlich weniger belastet werden. Aber wie alle Gelenke, ist die bewegliche Verbindungsstelle an der Schulter ebenso anfällig für Verletzungen und Verschleiß.

Damit wir unsere Arme heben und sogar rotieren können, verbindet ein Kugelgelenk Rumpf und Arme. Die Gelenkfläche ist mit einem Knorpel – einer gummiartigen Substanz, die zum Großteil aus Kollagenfasern und Wasser besteht – überzogen, die das Gelenk schützt und dessen geschmeidige Bewegung erst möglich macht.

Durch verschiedene Ursachen wie

  • Überbelastungen (zum Beispiel durch Sport oder Arbeit),
  • Erkrankungen wie Rheuma, Gicht oder Stoffwechselerkrankungen (wie Typ-2-Diabetes),
  • unfallbedingte Verletzungen der Schulter oder
  • einer angeborenen Fehlbildung (Dysplasie)

kommt es direkt oder indirekt zu einer Abnutzung des Knorpelgewebes – bis zur vollständigen Zerstörung. In diesem Fall sprechen Mediziner von einer Schultergelenksarthrose (Omarthrose).

Wie äußert sich eine Schulterarthrose?

Eine Omarthrose macht sich zunächst durch Schmerzen im Schultergelenk bemerkbar. Diese treten vor allem auf bei

  • Drehbewegungen des Armes,
  • Abspreizen des Armes (zum Beispiel, wenn der Betroffene von einem hohen Regal etwas herunterholen will) oder
  • nachts, wenn der Patient auf der Schulter liegt.

Zudem gehören deutliche Knirschgeräusche sowie ein Kraftverlust im Arm des betroffenen Schultergelenks zu den typischen Symptomen einer Schultergelenksarthrose. Länger andauernde Gelenkschmerzen, die über mehrere Wochen andauern, sind deshalb immer ein Warnsignal und sollten von einem Arzt abgeklärt werden.

In einem späteren Stadium der Schulterarthrose, meist nach mehreren Jahren, wird die Beweglichkeit des Schultergelenks infolge der Verschleißerscheinungen immer weiter eingeschränkt. Dazu trägt die Schonhaltung der Patienten bei. Aufgrund der Schmerzen bewegen viele Betroffene die Schulter weniger. Das hat aber negative Konsequenzen: Muskeln bilden sich zurück und das Gelenk versteift.

Schulterarthrose vorbeugen – mit Sport!

Um die Gelenke fit zu halten, ist regelmäßige Bewegung das A und O – und das gleich aus zwei Gründen: Zum einen werden durch trainierte Muskeln die Gelenke entlastet. Zum anderen ist regelmäßige körperliche Aktivität wichtig, damit Knorpel mit ausreichenden Nährstoffen versorgt werden können. Da diese nämlich keine versorgenden Blutgefäße enthalten, wird das über die Gelenkflüssigkeit gewährleistet, für deren Verteilung Bewegung nötig ist.

Sportarten wie Tennis oder Squash sind aufgrund der abrupten Bewegungen jedoch eher ungünstig. Besser sind sanfte Sportarten wie Schwimmen. Unser Tipp: Machen Sie zu Hause regelmäßig ein paar Schulter-Übungen, um Ihre Gelenkgesundheit zu erhalten.

Therapie einer Schultergelenksarthrose

Eine Omarthrose ist leider nicht vollständig heilbar, jedoch können Arzt und Patient den Verlauf positiv beeinflussen. Dabei gilt: Je eher eine Therapie erfolgt, desto größer sind die Chancen, die Folgen der Erkrankung langfristig zu kontrollieren.

Die Behandlung richtet sich dabei nach dem Stadium der Arthrose sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten. Wichtige Eckpfeiler sind:

  • Bewegungstherapie: Ziel der Behandlung ist es, die Muskelfunktion zu trainieren, das Gelenk beweglich zu halten und an der Koordination zu arbeiten.
  • Schmerzstillende Medikamente: Zur Linderung der Schmerzen kann der Arzt verschiedene Schmerzmittel verschreiben. Häufig kommen beispielsweise nicht-steroidale Antirheumatika – auch in Form von Gelen oder Pflastern – zum Einsatz.
  • Physikalische Therapie: Kälte- oder Wärmeanwendungen, Massagen oder Behandlungen mit Rotlichtlampen können von einem Physiotherapeuten zur Behandlung einer Schulterarthrose durchgeführt werden.

Begleitend dazu können Sie selbst Hausmittel wie kühle Quarkauflagen oder Kohlwickel ausprobieren, um die Schmerzen in der Schulter zu lindern.

Bei sehr starken Beschwerden und Bewegungseinschränkungen ist hingegen oft eine operative Behandlung notwendig. Neben Korrekturoperationen (bei Fehlstellung der Knochen) kann das Schultergelenk bei starker Schädigung durch eine Prothese ersetzt werden. Nach dem Eingriff erfolgt meist eine Rehabilitationsphase, bei der die Patienten zusammen mit einem Physiotherapeuten den Umgang mit der Prothese erlernen und Schulterbewegungen üben. Das Implantat hält meist mindestens zehn Jahre; dann muss es ausgetauscht werden. Die Kosten einer Operation werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen.

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